Trackday Nordschleife

Hier also noch, mit etwas Verspätung, Erläuterungen zu den letzten paar Wochen.

Die Vorbereitungsarbeiten am Wochenende vor dem Trackday auf der Nordschleife gestalteten sich recht unspektakulär, aber wie sich herrausstellte, sehr nützlich. Aus einem nicht weiter spezifischen Grund kam mir der Gedanke eventuell die Scheinwerfer mitzunehmen im Falle dass die Strecke dies fordern würde. Online habe ich keine Informationen zu diesem Thema gefunden, habe somit die Scheinwerfer als Vorsichtsmassnahme auf Funktion getestet und eingepackt.

Hohen Mutes also den Corsa am Vortag auf den Anhänger geladen.

Am Morgen des Trackdays den Wagen auf dem Vorplatz der Nordschleifeeinfahrt abgeladen und noch im halbdunkeln auf das Gelände der Einfahrt gefahren. Die erste Frage an der Einfahrt „haben Sie keine Scheinwerfer? Sie dürfen so nicht fahren“
Mit einem riesen Grinsen im Gesicht und innerlichen Freudesprüngen konnte ich Antworten „Kein Problen, hab Scheinwerfer dabei“

Meine erste Tätigkeit auf dem Parkplatz bestand nun darin die Scheinwefer zu montieren, was ich in dieser Situation noch so gerne gemacht habe 🙂

Am Morgen kurz nach Streckenöffnung.

Die erste Fahrt absolvierte ich aufgrund des nächtlichen Regens noch mit Regenbereifung. Ich muss zugestehen etwas nervös war ich schon, die Streckenführung war mir glücklicherweise noch bekannt wollte jedoch aber auch niemandem im Weg stehen.
Vorsichtig also die ersten 20km absolviert um zu prüfen ob auch alles korrekt funktioniert, abgesehen von etwas Rauch im Kofferraum durch Wasser im Thermoband um den Auspuff konnte ich unbeschadet die Runde beenden.

Zurück auf dem Parkplatz erregte mein Corsa bereits erste Aufmerksamkeit und brachte einige Interessierte Personen zu mir, unter anderem auch ein Brite, welcher sich sehr interessiert zeigte und mich fragte ob er eine Runde mitfahren durfte.
Zu zweit setzten wir also zur zweiten Runde an, welche nur schon bereits nach 4 Kilometer zu den ersten grossen Augen führte. Eine kurze nach Gummi riechende Rauchwolke zog durch den Innenraum, gefolgt von einer starken Vibration im Lenkrad. Auf Höhe Schwedenkreuz entschlossen wir die nächste Rettungsbucht bei Aremberg zu verwenden und nach der Ursache zu schauen.
Schnell wurde klar, dass die Fahrt nicht mehr weitergeht da sich eine der Radbolzen gelöst hatte und zwei weitere ebenfalls diesem Schicksal entgegen gingen.

Die obere Radmutter samt Bolzen ist korrekt, die äusseren Bolzen hatten sich bereits ebenfalls gelöst.

Logische Schlussfolgerung war die Nutzung des Abschleppwagens 🙂

Der Brite bot mir an nachzuschauen ob er selbst noch Radbolzen besitzt, da er in der Nähe arbeite und dort eventuell noch was rumliegen hatte.
Ich begann in der Zwischenzeit, zurück auf dem Parkplatz, mittlerweile mit noch mehr Aufsehen, einen Ersatz bei Personen auf dem Platz organisieren. 20 Minuten später erschien der Brite zurück mit einem ganzen Sack voller Bolzen und Radmuttern. Ich bedankte mich gefühlt sicher etwa 10 Mal bei Ihm, er habe meinen Tag gerettet und zeigte mich dementsprechend auch gerne erkenntlich.

Einen Radbolzen und Nachprüfung aller anderen Radmuttern rund ums Fahrzeug später war ich wieder startklar.

Zwei unspektakuläre Runden später entschloss ich mich die Slicks zu montieren da die Strecke mittlerweile bereits vollständig trocken war.

Das abstimmen des Motor Mappings gestaltete sich interessanterweise immer noch als eine grosse Herausforderung da es schwierig war zu eruieren was nicht genau passt. Auf der Döttinger Höhe konnte ich feststellen, dass ich zwar den vierten Gang bis ca. 6500rpm ausfahren konnte, jedoch im fünften Gang bei 5000rpm das Ende des Vortriebs erreichte. Errechnet und auch eine grobe Videoanalyse ergab in diesem Fall eine Höchstgeschwindigkeit von gut 180-190 Km/h. Lambdawerte sahen gut aus, Ladedruck war genügend vorhanden, Motortemperatur in normalem Bereich, dies stellte mich vor weitere Rätsel warum der Motor nicht mehr Kraft produzierte.

Interessant ist hierbei, dass sich zwischen dem letzten Trackday mit den ähnlichen Erfahrungen und den späteren Anpassungen und ersetzten Dichtungen sowie Schläuchen keine Verbesserung gezeigt hat.

Ich fokussiert mich somit mal vorerst auf den Zwischenbereich und aufs Fahren da es bereits gegen Ende des Tages ging. Zwei Runden am Stück waren möglich und ich überlegte mir eine dritte zum Abschluss anzuhängen. Ausgangs Adenauer Forst dann vom dritten in den vierten Gang schalten. Ein Knall am Schalthebel und kein Gang mehr drin und auch ein Einlegen der Gänge war nicht mehr möglich. Glücklicherweise geht es von dort bis zur Ausfahrt Adenau (Ex Mühle) Berg ab, ich nutzte also das Momentum, welches ich glücklicherweise noch hatte, um die gut 2 Kilometer bis dorthin zu überwinden.

Auf dem Kiesparkplatz angekommen suchte ich die Streckensicherung auf, welche mir ein zweites Mal den Abschleppwagen rufen durfte.

Ich überbrückte die Wartezeit mit Fotos machen und nachdenken ob wohl wieder das Schaltseil gerissen sein könnte. Nach einer kurzen Prüfung am Schalthebel hörte ich ein Geräusch aus dem Motorraum und ging diesem nach. Wie sich herausstellte hatte sich nur eine Schraube gelöst, ich drehte diese also wieder von Hand rein, prüfte die Schaltung erneut auf Funktion und begab mich wieder zur Streckensicherung.
Diese liessen mich freundlicherweise wieder auf dies Strecke womit ich die Runde zu Ende fahren konnte. Im Moment als ich auf die Strecke fuhr begann es zu regnen, ich noch mit Slicks bereift fuhr also mit gut 40 km/h zurück zur Döttinger Höhe zum Parkplatz.

Unbeschadet zurück, ereignisreicher Tag beendet.

Für welche die es interessiert hier noch ein Link zum Video einer der Abstimmungsfahrten. Es beinhaltet nicht viel Vollgas und ist eventuell nicht sonderlich Actionreich was das Fahrerische angeht.

Und zum Schluss die einzige Aussenaufnahme die ich finden konnte 8)
(Link HIER für volle Auflösung)